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Qualität in der Weiterbildung

Qualität in der Weiterbildung

Ver.di spricht sich daher gegen eine dauerhafte Absenkung der Qualität in der Weiterbildung aus.

Hanna Binder, Landesfachbereichsleiterin Bildung, Wissenschaft und Forschung Baden-Württemberg

Über eines herrscht Einigkeit: Um anerkannte Asylbewerber schnellstmöglich zu integrieren, ist die Sprache der Schlüssel. Flüchtlinge müssen deshalb so schnell wie möglich Deutsch lernen. Richtigerweise hat der Bund-Länder Flüchtlingsgipfel am 24. September  beschlossen, die Integrationskurse zu öffnen, die Mittel dafür aufzustocken und sie stärker mit den berufsbezogenen Sprachkursen zu vernetzen.

Das Pikante daran: Im vergangenen Jahr gab es einen überraschenden Förderstopp für ebendiese berufsbezogenen Sprachkurse – ein Unding in Zeiten wachsender Flüchtlingsströme und hoher Arbeitsmigration. Dadurch hat nicht nur die berufliche Integration deutliche Rückschritte erlitten. Der Förderstopps führte 2014 auch dazu, dass befristete Stellen ausliefen, Neueinstellungen vermieden und Strukturen zerschlagen wurden. So wird es trotz der neu zugesagten Mittel nicht schnell genug ausreichend Kurs-Angebote geben. Es fehlt an geeigneten Lehrkräften und an einer vernünftigen Perspektive. So läuft das derzeitige ESF-BAMF-Programm nur bis Ende 2017.

Wegen der schwankenden Budgets agieren die Weiterbildungsträger seit längerem vorwiegend mit schlecht bezahlten (Honorar-)Kräften. Dadurch ist ein unattraktives Berufsbild entstanden: Die Qualifikationsanforderungen sind hoch - Studienabschluss plus Zusatzausbildung -  die Bezahlung aber schlecht: Etwa 2.400 Euro im Monat oder 20 Euro pro Unterrichtseinheit.

ver.di fordert daher, Sprach- und Integrationskurse dauerhaft und verlässlich auszugestalten. Wichtig ist nicht nur, dass es die Angebote jetzt und in Zukunft gibt, sondern auch, zu welchen Bedingungen sie erbracht werden. Gute Arbeit braucht eine gute Perspektive und gute Bezahlung.

Deutsch lehren ist eine Daueraufgabe

Und deshalb darf das Qualifikationsniveau für Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer auch nicht sinken. Natürlich ist im Moment schnelle Hilfe gefordert und erforderlich. Das entbindet uns aber nicht davon, die Konzepte so zu gestalten, dass sie auch langfristig tragfähig sind. Ver.di spricht sich daher gegen eine dauerhafte Absenkung der Qualität in der Weiterbildung aus, siehe beigefügte PM (2010_Integrationslehrer).