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DGB, ver.di und GEW fordern GUTE Arbeit in der Wissenschaft

Tagungsrückblick

GUTE ARBEIT in der Wissenschaft: Herausforderungen und Perspektiven in Baden-Württemberg

Zu den Perspektiven GUTER ARBEIT in der Wissenschaft in Baden-Württemberg haben DGB, GEW und ver.di in einem Fachgespräch am 11. November 2015 in Stuttgart Hochschulleitungen, Personalräte, Studierende und Verbänden eingeladen. Ministerin Bauer hat die Perspektiven guter Arbeit aus Sicht der Landesregierung vorgetragen und mit den Teilnehmern der Tagung diskutiert.  

Die Gewerkschaften setzten sich in den aktuellen Verhandlungen mit den Hochschulen im Südwesten unter dem Titel „Perspektive 2020“ nicht nur für eine verlässliche Finanzierung der Hochschulen, sondern auch für neue Regelungen für die wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Beschäftigten ein. Über 80 Prozent der Beschäftigten im wissenschaftlichen Bereich sind befristet angestellt, viele solcher Verträge haben Laufzeiten von weniger als einem Jahr. Schon lange bemühen sich Gewerkschaften und Personalräte um eine grundlegende Verbesserung der Lage des wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Personals. „Wir wollen weniger befristete Stellen und klarere Regeln. Der  akademische und nichtakademische Nachwuchs in unserem Land braucht klare Perspektiven “, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Gabriele Frenzer-Wolf auf der Tagung. Bis zum Jahresende 2015 sollen die Verhandlungen über die Richtlinien der Hochschulen in Baden-Württemberg  abgeschlossen sein.

GEW und ver.di machen sich für verbindliche Rahmenvorgaben mit den Personalvertretungen und Gewerkschaften stark. Die Hochschulen in Baden-Württemberg haben Selbstverpflichtungserklärungen zum Umgang mit Befristungen zugesagt und die Landesrektoren der Universitäten einen Entwurf für neue Richtlinien vorgelegt. „Mit der „Perspektive 2020“ sind die Hochschulen aufgefordert, gute Arbeit in der Wissenschaft in die Praxis umzusetzen, so Frenzer-Wolf.

Darüber hinaus erhoffen sich die Gewerkschaften von der Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes Verbesserungen beim Befristungsunwesen an den Hochschulen. Kein Verständnis haben die Gewerkschaften für die Forderung der Ministerin, das nichtwissenschaftliche Personal weiter im Geltungsbereich des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes zu belassen. „Wir haben kein Verständnis dafür, dass sich Ministerin Bauer dem Druck der Hochschulen an dieser Stelle beugt und sich gegen die bisherige Linie der Landesregierung positioniert“, sagte Frenzer-Wolf.

Bei der Tagung GUTE ARBEIT in der Wissenschaft: Herausforderungen und Perspektiven in Baden-Württemberg haben die hochschulpolitischen und gewerkschaftlichen Akteure darüber debattiert, was gute Arbeit an Hochschulen ist und wie eine landesweite Selbstverpflichtung zu guter Arbeit aus gewerkschaftlicher Sicht aussehen könnte.